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Bodenpurzler

Junge Bodenpurzler 2013

Geschichte der Bodenpurzler

Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über eine am Boden purzelnde Taube Namens Lotan liegt aus dem Jahre 1596 vor. Beschrieben wurden sie von Abul Fazl dem Wesir des Großmoguls Akbar des Großen, welcher wohl als ein großer Taubenliebhaber angesehen werden durfte, da er mehr als 20.000 Tauben sein eigen nannte. Mit der Handelsschifffahrt kamen diese Tauben schließlich nach England. In England und Schottland entwickelte sich dann eine eigenständige Art der Bodenpurzler. Man geht davon aus das aus Kreuzungen vom Typ Lotan mit stark purzelnden Rollertauben sich der Parlour Tümmler entwickelt hat. Dieser unterschied sich vom Lotan dadurch, das er aus eigenen Anlass das Purzeln vollbringt. (Eine genauere Beschreibung der Lotan`s folgt anschließend.) Ob nun zeitgleich in Nordamerika dieselbe Entwicklung statt fand, oder ob diese aus Schottland den Weg nach USA fanden kann nicht genau nachvollzogen werden. In Schottland flogen diese Tümmler noch im ersten Jahr wie normale Tümmler, danach aber vollbrachten diese Tauben ihre Saltos im Schlag oder in Bodennähe. Durch weitere Selektion entstand somit der „House tumbler“ (Haustümmler) oder „Parlour Tumbler“ (Wohnzimmertümmler), welcher ausschließlich am Boden purzelte. In den USA liegt heutzutage das Hauptverbreitungsgebiet des dort genannten Parlor Tumbler / Parlor Roller. Die amerikanischen Zuchtfreunde haben zweifelsohne diese Rasse gefördert und gefestigt. In England und Schottland haben keine Tiere den zweiten Weltkrieg überlebt. 1967 bildeten die 17 importierten Tiere von Heinz H. Kaupschäfer und des weiteren zwei Importe von Englischen Züchtern den Grundstock für die Europäische Bodenpurzlerzucht.

Der Parlor Tümmler

Der Parlor-Bodenpurzler ist wie schon unter der Rubrik “Geschichte” beschrieben in England - Schottland entstanden. Ob er nun aus dem indischen Lowtan heraus entstanden ist kann nicht erwiesen werden, oder ob sie nun aus normalen Tümmlern herausgezüchtet sind kann ebenso nicht ergründet werden. Der Bodenpurzler ist hier in Deutschland eine reine Leistungstaube, eine Schaubeschickung nach einem Standard wird somit abgelehnt. Sie sind ruhige und robuste Tauben, sie sehr zuverlässige Elterntiere abgeben und die Aufzucht ihrer Jungen problemlos selbst erledigen. Die Bodenpurzler sind in ihrem Wesen sehr anhängliche und neugierige Tauben. Allerdings sollte der Flugunfähigkeit dadurch Rechnung getragen werden, dass Futter und Wasser, sowie auch die Nistschalen auf dem Boden aufgestellt sein müssen. Bodenpurzler können problemlos mit anderen Tauben vergesellschaftet werden. Auch die Zucht auf kleinstem Raum mit Kaninchenbuchten ist somit kein Problem. Gerade in der heutigen Zeit wo die Haltung von Tauben im Freiflug immer mehr Probleme mit sich bringt, ist die Bodenpurzlerhaltung eine echte Alternative um noch Tauben zu halten. Diese können dann unter Aufsicht im Garten laufen gelassen werden. Es gibt drei unterschiedliche Arten unter den Bodenpurzlern. Einmal sind dies die „Einzelpurzler“ welche einen eleganten Salto vollführen ohne den Boden zu berühren. Des weiteren die „Doppelpurzler“ die wie der Name schon sagt, zwei Saltos darbieten. Diese beiden Arten zählen somit zu den Tischpurzlern, da ihre Akrobatik auf dem Tisch bewertet wird. Zu guter letzt gibt es noch die „Dauerpurzler“ die Salto an Salto reihen und somit eine gewisse Strecke zurücklegen. Bei den letztgenannten wird die zurückgelegte Weite in Metern gemessen. Die noch flugfähigen Jungtauben beginnen im durchschnittlichem Alter von ca. zwei Monaten mit ihren ersten Überschlägen. Diese werden anfangs noch im Flug ausgeführt. Mit zunehmender Purzeltätigkeit stellen die Jungtiere das Fliegen mehr und mehr ein. Diese Bodenpurzler welche in Europa vorhanden sind dürfen auch nicht mit den indischen „Lowtan“ verwechselt werden. Da letzterer sehr schwer zum Purzeln zu animieren ist. Unsere Parlor Tümmler vollführen ihre Saltos von selbst ohne besondere Praktigen von Seiten der Züchter. Der Kopf der kleinen Taube ist länglichrund mit einer hohen Stirn. Die Augen sind wie bei fast allen Tümmlerrassen perlfarbig, Der Schnabel ist mittellang und gerade, der Hals mittellang. Die Schwingen liegen auf dem Schwanz auf, welcher mit dem Rücken eine nach hinten abfallende Linie bildet. Die Beine sind mittellang, Läufe und Zehen sind immer unbefiedert. In den Farbschlägen und Zeichnungsvarianten gibt es keinerlei Beschränkungen.

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Training von Tischpurzlern

Bodenpurzler Junger Bodenpurzler

Sobald die Tauben von den Elterntieren abgesetzt sind und diese am Boden zu purzeln beginnen, suche ich mir die Tauben heraus, welche schon die besten Veranlagungen zeigen. Dabei liegt mein Augenmerk darauf das die Jungtauben beim Purzeln gerade nach hinten abspringen und so nah wie möglich am Ausgangspunkt landen. Keinesfalls sollte die Taube sich seitlich drehen.

Im Alter von 30-60 Tagen kommen die jungen Tauben am besten in der Gruppe schon mal auf den Purzeltisch um sich an diesen zu gewöhnen. Einzelne Tauben wirken am Anfang meistens etwas ängstlich. In der Gruppe fühlen sie sich doch sehr sicher und erkunden dabei neugierig den Tisch. In diesem Stadium sollten die Jungpurzler noch nicht zum Sprung auf dem Tisch animiert werden, da sie meistens noch zu hoch auffliegen. Vorrangig geht es ja erst einmal um das Vertraut werden mit dem Tisch. Dafür können die Tauben in diesem Alter schon im Rasen auf ihre spätere Veranlagung getestet werden.

Das erste Vertraut machen mit dem Tisch

Ab dem zweiten Monat kann man dann mit dem richtigen trainieren der Tauben auf dem Tisch beginnen. Wichtig ist das die Taube dementsprechend alt ist und ihr Purzelverhalten schon so ausgeprägt ist, das die Taube nicht mehr auffliegt. Falls die Tauben noch so jung sind das sie auffliegen können sollten sie noch nicht auf dem Tisch trainiert werden. Dies kann je nach Taube und deren Veranlagung sehr unterschiedlich sein. Experten meinen, dass Tauben die nach zwei Monaten noch fliegen nie zu einem spitzen Purzler werden. Das möchte ich einfach mal so dahingestellt lassen. Gewiss gibt es Linien die mit dem Purzeln früher oder später einsetzen. Man sollte jedem Tier seine Zeit geben um sich zu entwickeln. Doch nun zurück zum eigentlichen Training.

Von nun an kommt jede Taube täglich auf den Tisch. Dabei muss sie am Anfang immer fünf Sprünge absolvieren. Die Taube wird am besten mittels Fingerschnippen knapp am Hinterkopf zum Sprung animiert. Diese Methode hat sich bewährt, weil dadurch die Sprungentfernung nach hinten verkürzt wird, was ja für die Bewertung mit ausschlaggebend ist. Das Schnippen mittels Finger zählt für mich auch zu dem elegantesten Auslösereiz. Versuche mittels Klicker (Hundeerziehung) haben für mich nicht den richtigen Erfolg gebracht. Da schon die schnelle Bewegung mit der Hand zum auslösen reicht, wenn auch kein hörbares Schnippen zustande kommt. Das Schlagen mit der Hand auf die Tischplatte sollte vermieden werden, schon im Sinne für den Betrachter. Nach zwei Wochen täglichem Training sollten sich dann schon die ersten Erfolge oder Verbesserungen einstellen. Tauben die keinen Fortschritt mehr machen sollten aus dem Training genommen werden.

Danach kommen die Tauben in separate Einzelboxen um ihnen eine genaue Futterdosierung zukommen zu lassen. Die Tauben sollten immer knapp gefüttert werden. Dies fällt auch besonders während der Zuchtruhe auf , wenn ein hoher Gerstenanteil gefüttert wird, dann ist die Purzelaktivität der Tauben am höchsten. Man muss also versuchen die Tauben mit einem „leistungsarmen“ Futter auf einem hohen Niveau zu halten.

Mehrfaches Training am Tage hat sich aus meiner Sicht nicht bewährt, zu diesem Zeitpunkt sollte dann eher die Zahl der Sprünge nach oben hin erhöht werden. Nach weiteren drei Wochen sollte man dann seinem Ziel schon sehr nahe sein. Wechselnde Trainingsorte und auch wechselnde fremde Personen am Tisch sind natürlich ebenso förderlich.

Ein perfekt trainierter Bodenpurzler vollbringt seine Akrobatik dann mit sehr großer Sicherheit und Perfektion.